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Wie der digitale Wandel Führung verändert

17. Mai 2018 / Comments (0)

Digital Leadership – Vom Chef zum Mentor, vom Controller zum Coach

Die Digitalisierung hat nicht nur Produktionsprozesse verändert, sie beeinflusst auch den Führungsstil. Er entwickelt sich in Richtung Digital Leadership. Wer heute in verantwortlicher Funktion für ein Unternehmen tätig ist, steht auch durch die Digitalisierung und ihre Implikationen unter permanentem Veränderungsdruck. Denn wer seine Angestellten halten und gute neue Mitarbeiter gewinnen möchte, muss sich ebenfalls wandeln: vom Chef zum Coach, vom Controller zum Mentor.

Den Unternehmen steht ein Generationenwechsel in den Belegschaften bevor. Für die Generation Y, also die 1980 bis 2000 Geborenen, sind flexible Arbeitszeiten wichtiger als das Gehalt, Sabbaticals wichtiger als Dienstwagen, Kooperation wichtiger als Konkurrenz. Digital Natives arbeiten nicht nur, um zu leben, sondern suchen Sinn, Erfüllung und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Sie stellen mit ihren Anforderungen bisherige Personalmanagementstrategien auf den Kopf und bewirken dadurch eine stille Revolution in der Arbeitswelt. Durchaus leistungs- und erfolgsorientiert sind sie viel weniger als noch die Generation X bereit, ihre familiären und privaten Interessen auf dem Altar des Jobs zu opfern. Das Lebens- und Arbeitsbild der Digital Natives geht auch mit Anpassungen und Veränderungen der digitalen Infrastruktur von Unternehmen einher. Wenn Flexibilität, flache Hierarchien, Feedback-Mechanismen und Eigenverantwortung vorausgesetzt werden, stehen Unternehmen in der Verantwortung, die dafür nötigen digitalen Hilfsmittel zu implementieren und ihre Führungskultur zu verändern. Dabei reicht es nicht, Mitarbeiter mit Tablets und Smartphones auszurüsten. Wir dürfen nicht ausschließlich zu Anwendern der neuen Technologien werden, vielmehr sollten wir Gestalter der neuen Möglichkeiten werden. Kulturwandel und Mut sind gefragt – sowie Veränderungen in der Organisationsstruktur. Anstatt also kleine Einheiten zu großen zusammenzuführen sollte man eine Organisation in kleine Einheiten mit eigenen Kompetenzen gliedern. Ziel sollte sein, dass auf allen Ebenen Veränderungen angeregt werden können. Interdisziplinärer Meinungsaustausch und Debatten sollten durch geeignete Mechanismen bewusst gefördert werden. Mitarbeiter brauchen mehr Eigenverantwortung, sowohl in der Verteilung von Aufgaben und Ressourcen als auch in der Ausgestaltung ihrer Arbeitszeit und -weise.

Ist der Führungsstil wirklich so revolutionär? Darüber diskutiere ich am 15. Mai in Bonn auf dem Auftaktkongress von nachhaltig.digital mit Unternehmern und Führungskräften aus dem Mittelstand.

#Auftakt_nd | #nachhaltigdigital | #alleantworten

Last modified: 4. Juni 2018