|

Generation Y und Z – ein Segen für die Arbeit von morgen

18. Februar 2019 / Comments (0)

Am 7.2. saß ich im Panel beim #Trendtalk „Die Demografie-Bombe – HR, New Work Future und Arbeitskräftemangel“ in der Superbude in Hamburg. Die Teilnehmer: eine bunte Mischung aus Generation X, Y und Z, aus Frauen, Männern, Personalberatern, Selbständigen, Studenten und New Workern.

Die unterschiedlichen Generationen bringen unterschiedliche Kulturen mit ins Arbeitsleben, haben verschiedene Lebensentwürfe und legen andere Schwerpunkte in ihrer Work-Life-Balance. Aber nicht nur das: der digitale Wandel verändert Wirtschaft, Gesellschaft und vor allem Kommunikation und Arbeitsweisen. All das bringt mit, dass die Generationen im Recruiting unterschiedlich angesprochen werden wollen. Aber sind zielgruppengerechte Stellenausschreibungen – in Tonalität und Kanal – das Entscheidende für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Generationen? Ich meine: Nein. Die beste Kampagne hilft nicht, wenn die im Unternehmen gelebte Kultur, Struktur und Arbeitsweise nicht hält, was das Recruiting verspricht – und das gilt für jeden einzelnen von uns, unabhängig von Alter, Geschlecht und Job. Ist es nicht viel mehr eine Frage von authentischem Auftreten der Unternehmen, von ehrlicher Kommunikation dessen, was den potenziellen Mitarbeiter erwartet? Und ist es im Employer Branding nicht wie in der Vermarktung von Produkten/Dienstleistungen? Es sind die Bedürfnisse der Kunden, die führen. Es geht also auch hier um die Frage „Warum“. Warum stehe ich morgens auf und gehe zur Arbeit. Die Antwort liegt für die Generationen Y und Z sicher deutlich stärker in Sinnhaftigkeit als noch für die Generation X. Und damit verhalten sich die erstgenannten in ihrer Sicht auf den Job wie heutige Kunden. Die Digitalisierung schafft in der Informationsbeschaffung und Kommunikation eine Transparenz und Agilität im Austausch, die heute kein Unternehmen ignorieren kann.

Das mag aus Sicht der älteren Generationen, der Unternehmenslenker von eher alteingesessenen Unternehmen und aus Sicht der „alten Hasen“ als bedrohlich empfunden werden, schließlich erfordert Veränderung Mut, eine neue Haltung und eventuell den Verlust von angestammten Privilegien. Es bedeutet eben das Verlassen der Komfortzone, Empathie und Neugier. Der Reflex: Festhalten an dem was vermeintlich schon immer funktioniert hat oder bestenfalls den Versuch alte Mechanismen eins zu eins ins Heute zu übertragen. Das wird nicht funktionieren, genauso wenig wie die schiere Digitalisierung eines Prozesses einen guten digitalen Prozess hervorbringt. Es geht darum, Dinge völlig neu und aus ganz anderen Perspektiven zu betrachten, sich auch mal auf den Kopf zu stellen, aber auch seine angestammten Gedankenmuster zu hinterfragen. Und hier kommen die nachwachsenden Generationen ins Spiel – denn so betrachtet sind sie für Unternehmen und deren Entwicklung in Richtung Zukunft viel mehr Chance als Bedrohung.

Mir hat die Diskussion gezeigt, dass wir immer noch viel zu sehr über das Trennende und die Herausforderungen verschiedener Generationen in der Arbeitswelt sprechen. Wir sollten viel mehr auf die Chancen eingehen, viel mehr miteinander reden und das Beste aus beiden Kulturen verschmelzen. Mein kurzes Fazit in 30 Sekunden hat Walter Matthias Kunze von trendquest aufgezeichnet.

Last modified: 18. Februar 2019