|

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg in der Lebensversicherung

8. März 2018 / Comments (0)

Die aktuelle Studie „Der Lebensversicherung droht ein Tod auf Raten“ von KPMG hat die Thesen in meinem Buch „Alt, arm und abgezockt“ eindrucksvoll bestätigt.  Die Experten sehen bis 2060 Einnahmenverluste zwischen 15 und 19 Milliarden Euro bei den Lebensversicherungen.

Und anders als der Branchenverband, der – neben allen anderen Beschwichtigungen nach meinem Stern-Interview und vor allem in der Sendung „Hart aber fair“ im Januar – weder die Gefahr für die Versicherungskonzerne sieht noch einen Zusammenhang mit der Demoskopie erkennen kann, sieht KPMG gerade hier einen nicht zu leugnenden Faktor: In den für die Lebensversicherer besonders wichtigen Altersgruppen zwischen 25 und 54 Jahren ist bis zum Jahr 2060 ein Rückgang um 10,7 Millionen Menschen in Deutschland zu erwarten. Diese Zahl haben sich die Studiendurchführer nicht etwa ausgedacht, sie stammen vom Statistischen Bundesamt.

Die Fakten liegen also auf dem Tisch. Ohne mutige Veränderung und zukunftsorientiertes Denken werden wir dem Thema Altersarmut nicht entkommen. Die Produkte der Versicherer müssen vom Kunden hergedacht werden, müssen ihre Komplexität verlieren und den sich wandelnden Bedürfnissen kommender Generationen gerecht werden. Die Generation Y ist in ihrem Verhalten und in der Selbstverständlichkeit, mit der sie dem technologischen Wandel hin zu einer digitalen Welt folgt, der Politik und den Konzernen weit voraus. Die Branche täte gut daran, sich auf diesen Wandel einzustellen, liegt hier doch ein erhebliches Potenzial zum Beispiel die Verwaltungskosten zu senken und damit – trotz Niedrigzinspolitik – Erträge zu erwirtschaften und Produkte mit attraktiver Rendite zu konzipieren.

Um die Veränderung anzustoßen braucht es Impulse, Querdenken und Ideen. Querdenker und Ideen gibt es meist schon in den Unternehmen, sie müssen nur zugelassen und gefördert werden. Impulse – in Form von Vorträgen und Workshops für Führungskräfte und Mitarbeiter – kann sich jeder von außen holen.

Am Anfang steht jedenfalls das Überdenken der eigenen Haltung bzw. des eigenen Mindsets, das mutige Hinterfragen von erlerntem Führungsverhalten und die Öffnung der Unternehmenskultur hin zu agilen und digitalen Ansätzen.

Last modified: 21. Mai 2018